Es gibt Momente im Leben, die einen nicht fragen, ob man bereit ist.
Sie kommen einfach… und plötzlich steht man anders im Leben.
Ich hatte in den letzten anderthalb Jahren mehr Zeit zum Nachdenken als in den Jahren davor zusammen. Ein Einschnitt, der sich zunächst wie ein Verlust anfühlte: von Tempo, von Gewissheit, von dem, was ich für selbstverständlich hielt.
Und dann, langsam, wurde aus dieser Stille etwas anderes.
Klarheit.
Was bleibt, wenn das Rauschen aufhört?
Führungskräfte sind es gewohnt, zu entscheiden.
Zu gestalten. Zu bewegen.
Das ist gut so.
Aber was passiert, wenn das nicht mehr geht?
Wenn der Kalender leer ist und die Energie begrenzt?
Ich habe in dieser Zeit viel geschrieben.
Nicht Konzepte, und Strategien… sondern Gedanken die sich aufgestaut hatten.
Über Verantwortung. Über das Verhältnis zwischen Individuen und Gemeinschaft.
Über eine Welt, die schneller entscheidet, als sie wahrnimmt.
Daraus ist ein Buch entstanden: Ko-Humanität.
Ein literarischer Essay über Führung, Mitverantwortung und die Frage, was es bedeutet, in einer komplexen Welt wirklich präsent zu sein.
Es ist das Persönlichste, was ich je geschrieben habe.
Führung beginnt im Wahrnehmen
Was mich in dieser Zeit am meisten beschäftigt hat, ist eine einfache Beobachtung:
Wir handeln oft, bevor wir verstanden haben.
Wir antworten, bevor wir gehört haben.
Wir entscheiden, bevor wir gespürt haben, was eigentlich auf dem Spiel steht.
Das ist keine Kritik.
Es ist die Bedingung, unter der Führung heute stattfindet.
Aber wer führt — andere oder sich selbst —
braucht irgendwann den Moment des Innehaltens.
Nicht als Schwäche.
Als Voraussetzung.
Was Führungskräfte selten haben
In dieser Zeit ist mir etwas klar geworden, das ich vorher zwar wusste, aber nicht so gespürt hatte:
Die meisten Führungskräfte tragen ihre schwierigsten Fragen alleine.
Nicht, weil sie keine Kompetenz haben.
Sondern, weil es kaum Räume gibt, in denen man offen darüber sprechen kann.
Über unklare Rollen. Über Entscheidungen, die keine guten Optionen kennen.
Über Spannungen, die man nicht benennen kann, ohne etwas zu riskieren.
Diese Fragen brauchen keinen Vortrag.
Sie brauchen einen Raum.
Was ich jetzt anders mache
Ich kehre zurück. Aber nicht zum Gleichen.
Deshalb öffne ich wieder einen Leader-Zirkel.
Acht Abende. Eine kleine Gruppe von Führungspersönlichkeiten.
Jede Person bringt konkrete Situationen aus dem eigenen Alltag ein.
Der Austausch mit Gleichverantwortlichen bringt Perspektiven, Widerspruch…
und oft überraschend viel Klarheit.
Nicht um Modelle zu lernen.
Sondern, um klarer zu werden.
Es hat noch wenige Plätze.
Wenn dich das anspricht, melde dich direkt bei mir.
https://www.nast-leadership.ch/leader-zirkel/
Und wer mehr über Ko-Humanität erfahren möchte —
ich werde darüberschreiben. Hier, auf LinkedIn, im Gespräch.
Das Buch sucht gerade seinen Verlag. Es kommt.
Denn manchmal braucht es ein Jahr der Stille,
um etwas Wesentliches zu sagen.
Thomas Nast ist Autor mehrerer Bücher zu Führung, Zusammenarbeit und menschlicher Erfahrung — darunter «Oktokratie», erschienen in drei Sprachen. Er begleitet Führungspersönlichkeiten in Veränderung und betreibt den Verlag jahr+tag.
nast-leadership.ch/buecher | jahrundtag.com
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